Ein Dorf verschwindet

Manheim ist einer der letzten Orte, die in Deutschland noch der Vergrößerung von Braunkohletagebauen weichen muss. Der Ort soll nach Plänen der RWE Power AG ab 2022 vom Tagebau Hambach bergbaulich in Anspruch genommen werden. Seit 2012 werden die Bewohner*innen des Kerpener Stadtteils in den Ort „Manheim Neu“ umgesiedelt, der rund sechs Kilometer westlich des alten Ortes liegt. In den Jahren 2016 bis 2018 wohnten übergangsweise bis zu 400 Geflüchtete in dem Ort. Die beiden ehemaligen Formel-1-Rennfahrer Michael und Ralf Schumacher wuchsen beide in Manheim auf. Von den rund 1600 Einwohner*innen Manheims leben laut RWE aktuell noch rund 20 Familien in den wenigen Gebäuden, die noch stehen. Aufgrund von mehrfachen Hausbesetzungen durch Aktivist*innen aus dem nahegelegen und besetzten Hambacher Forst wird der Ort seit Herbst 2018 „verstärkt zurückgebaut“, wie RWE es formuliert. RWE reißt dabei die Gebäude in Manheim nach und nach ab. Die Kirche wurde im Laufe des Jahres 2019 entweiht und soll 2020 auch abgerissen werden. An Stellen, an denen im Frühjahr 2019 noch Abrissbagger arbeiteten ist Ende 2019 schon Gras gewachsen. An der Stelle, an der im Herbst 2018 noch leere Häuser besetzt wurden, befindet sich heute nur noch eine leere Straße ohne Häuser.

Oktober 2018

Eine der Hausbesetzungen in Manheim im Oktober 2018

25. März 2019

25. März 2019

25. März 2019

25. März 2019

25. März 2019

25. März 2019

25. März 2019

25. März 2019

25. März 2019

25. März 2019

25. März 2019

Die gleiche Stelle weniger Monate später am 20. Dezember 2019.

20. Dezember 2019

20. Dezember 2019

20. Dezember 2019

20. Dezember 2019

20. Dezember 2019

20. Dezember 2019

20. Dezember 2019

20. Dezember 2019

20. Dezember 2019

Hier standen ein Jahr zuvor noch etliche leere Häuser, die mehrfach durch Aktvist*innen aus dem Hambacher Forst besetzt wurden.

Hier standen ein Jahr zuvor noch etliche leere Häuser, die mehrfach durch Aktvist*innen aus dem Hambacher Forst besetzt wurden.