"Wir hinterlassen Spuren" Aktionstag in Hamburg

Am 05.04.2020 fand ein Aktionstag der Seebrücke und anderer Organisationen unter dem Motto "Wir hinterlassen Spuren" statt. Die Aktionen sind Teil der Kampagne "Leave No One Behind" und sollen darauf aufmerksam machen, dass nicht alle die gleichen Möglichkeiten haben sich, vor Covid-19 zu schützen, indem sie zuhause bleiben und die Hände waschen. Die Seebrücke fordert, alle Menschen aus griechischen Geflüchteten-Lagern zu evakuieren. Um durch die Aktion keine weiteren Menschen zu gefährden, hinterlassen die Menschen einzeln als Flashmob Spuren, wie Kreide, Schuhe oder Fußabdrücke in der Stadt. Die geplante Aktion in Hamburg wurde aufgrund der Allgemeinverfügung verboten. Dieses Verbot ist vom Verwaltungsgericht Hamburg bestätigt worden. Dennoch haben Menschen Schuhe, Plakate und Kreide auf verschiedenen Plätzen in der Stadt hinterlassen, wie hier in Altona. Die Polizei hat Personalien aufgenommen und Schuhe sichergestellt. Später am Tag haben in Wilhelmsburg mehr als 20 Menschen auf dem Stübenplatz Plakate und Transparente zu „Leave No One Behind“ gezeigt. Zwischen den Aktivist*innen war viel Platz. Beim Eintreffen der Polizei sind die meisten Personen ohne Kontakt zu den Beamt*innen weggegangen. Von zwei Personen wollte die Polizei die Personalien feststellen wegen ‚Teilnahme an einer unerlaubten Versammlung‘. Weil die zweite Person sich weigerte ihre Identität anzugeben und vor einer Durchsuchung zurückwich, wendete die Polizei Zwang an. Die Person wollte nicht, dass die Polizist*innen näher als zwei Meter kommen und bezog sich dabei auf die Abstandsregelung. Eine andere Person, die das beobachtet hatte, mischte sich ein und wurde daraufhin von der Polizei zu Boden gebracht. Mit blutender Lippe wurde sie, wohl wegen 'Widerstands gegen Vollstreckungsbeamt*innen' in Handschellen in Gewahrsam genommen.

Plakataktion in Wilhelmsburg

Person versucht Identitätsfeststellung zu verhindern und Abstand zur Polizei zu halten

Eine andere Person greift ein..

..und wird von der Polizei zu Boden gebracht.

Mit blutender Lippe wird diese Person dann in Handschelle abgeführt.