1. Mai 2020 in Hamburg

Der erste Mai ist der internationale Tag der Arbeit. Klassischerweise gehen an diesem Tag linke Gruppen und Gewerkschaften auf die Straße. Aufgrund der Covid-19-Pandemie und dem damit verbundenen Kontaktverbot, gab es am 1. Mai 2020 keine Großveranstaltungen der Gewerkschaften oder anderer Gruppen. Die neonazistische Kleinstpartei Partei „Die Rechte“ hatte für den Tag eine Demonstration in Hamburg Harburg angemeldet und wollte diese trotz Corona durchführen. Die Versammlung wurde aber verboten und das Verbot in drei Instanzen gerichtlich bestätigt. Da die Entscheidung der letzten Instanz, des Bundesverfassungsgerichts aber bis zum Vormittag des 1. Mai noch offen war, mobilisierten Hamburgs linke Gruppen nach Harburg. Mit zahlreichen kleinen genehmigten Mahnwachen demonstrierten somit Hamburgs Linke in Hamburg Harburg und feierten, dass der Aufmarsch der Rechten verboten wurde. Die Versammlungen verliefen ruhig und ohne Zwischenfälle.

Für 20 Uhr hatte der Rote Aufbau eine Demonstration auf der Reeperbahn angemeldet, die aber auch verboten wurde. Dennoch wurde für die Demo mobilisiert. Die Polizei war schon eine Stunde vorher mit einem massiven Polizeiaufgebot vor Ort. Zwischen 20 und 21 Uhr sammelten sich rund 700 Menschen auf der Reeperbahn. Nachdem die ersten Sprechchöre gerufen wurden, löst die Polizei die Versammlung auf und forderte die Menschen auf Einzeln Richtung Millerntorplatz abzuziehen. Statt einzeln zu gehen zogen die Demonstrant*innen als Sponti über die Reeperbahn und wurden mehrfach von der Polizei gestoppt. Einigen Kleingruppen gelang es die Ketten der Polizei zu umgehen und wurden dann von der Polizei kreuz und quer durch St. Pauli verfolgt. Einzeln oder in Zweiergruppen bewegten sich etliche Aktivist*innen dann Richtung Sternschanze und sammelten sich vor der Roten Flora. Dort wurden Autos am durchfahren gehindert, ein teures Auto vor der Roten Flora besprüht und immer wieder Böller gezündet. Die Polizei beobachtete die Szene aus sicherer Distanz und mit einem unbeleuchteten Hubschrauber in der Luft. Als die Polizei mit einem massiven Polizeiaufgebot den Platz räumte, wurden Sachen auf die Straße geschmissen und Flaschen geworfen. Die meisten Personen flüchteten. Gegen 22:30 rückte ein massives Polizeiaufgebot mit Wasserwerfer vom Neuen Pferdemarkt Richtung Sternschanze. Die Demonstrant*innen warfen daraufhin Gegenstände auf die Straße und Flaschen in Richtung Polizei. Die Polizei stürmte den Platz vor der Flora, die Demonstrant*innen rannten weg und zerstreuten sich. Bei der Aktion gab es zwei Verletzte und zwei Festnahmen. Die Polizei riegelte die Sternschanze danach ab.

Der Bahnhof in Hamburg Harburg: gut gesichert, falls "Die Rechte" doch kommen sollte.

In unmittelbarer Nähe zum Bahnhof. EIn linkes Graffito zum ersten Mai.

Mahnwache von Ende Gelände Hamburg

Mahnwache der DIDF-Jugend Hamburg

Mahnwache der Gruppe ISO

Mahnwache der IG-BCE - nur zwei Fahnen weit und breit.

Anarchistische Mahnwache hinter dem Bahnhof Harburg

Kleingruppen haben sich immer wieder durch die Stadt bewegt, wie hier von der Antifa Jugend Nord.

Mahnwache des Hamburger Bündnis gegen Rechts (HBgR)

Szenenwechsel. St. Pauli um 19 Uhr. Vorbereitungen für den zweiten Teil des ersten Mais.

Die Polizei cornert auf der Reeperbahn und wartet was passiert.

Die Polizei löst die Versammlung auf und lässt die Personen nur einzeln durch.

Hinter der Polizeikette bildet sich erneut eine Sponti.

Auch diese wird gestoppt.

Die Polizei verfolgt Kleingruppen durch St. Pauli.

Ein Trupp der BFE patroulliert vor der Roten Flora, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Auto vor der Roten Flora